LRS / DYSLEXIE

Was ist Legasthenie?

 

  1. Unter Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) versteht man eine Störung der zentralen Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe von Sprache und Schriftsprache. Dies führt zu schulischem Versagen, das aber nicht durch eine allgemeine intellektuelle Behinderung oder schlechte schulische Betreuung zu erklären ist. Die Kinder lesen langsam, stockend und fehlerhaft, aber auch flüchtig schnell und falsch. Häufig werden Buchstaben ausgelassen, verdreht oder andere eingefügt. Beim Schreiben fällt eine große Fehlerzahl auf. Die Folge der Buchstaben kann so stark verändert sein, daß die Worte nicht mehr erkannt werden.
  2. Die Lese- und Schreibprozesse sind extrem kompliziert und setzen die Zusammenarbeit vieler verschiedener Hirnfunktionen voraus. Probleme können auf mehr als einer funktionellen Ebene entstehen.
  3. Legasthenie ist eine neurobiologisch begründete Schwierigkeit beim Erlernen der Schriftsprache im Vergleich zum Erlernen anderer intellektueller Fähigkeiten des Betroffenen.
  4. Legasthenie liegt vor, wenn die Ergebnisse eines Intelligenztests und eines Lese-Rechtschreibtests deutlich verschieden sind. Eine Abgrenzung einer reinen Legasthenie von Lese-Rechtschreibproblemen ohne neurologische Ursachen ist oft schwierig.

Ursachen der Legasthenie

  1. Erbfaktoren scheinen in vielen Fällen eine Rolle zu spielen. Verbindungen mit Chromosom 6 und 15 sind nachgewiesen, weitere werden gegenwärtig erforscht. Derzeit gibt es keinen genetischen Diagnose-Test.
  2. Legasthenie steht in Verbindung mit Normabweichungen neuroanatomischer und hirnfunktioneller Merkmale.
  3. Derzeit gibt es gesicherte Hinweise für eine ganze Reihe von Fehlleistungen, die mit Lese-Rechtschreibschwächen verbunden sind. Darunter sind phonologische Schwächen, Schwierigkeiten bei der zeitlichen Verarbeitung visueller und auditorischer Reize sowie deren Abhängigkeit von Aufmerksamkeitsprozessen und Schwächen der motorischen Steuerung.
  4. Unregelmäßigkeiten der Blicksteuerung und binokulare Instabilität werden mit Lese-Rechtschreibschwächen verbunden.
  5. Seh- und Höhrschwächen können bei der Entstehung von Lese-Rechtschreibschwächen ein Rolle spielen.
  6. Methoden zur Bestimmung verschiedener Verarbeitungsprozesse bei Lese-Rechtschreibschwäche wurden entwickelt.

Hilfen bei Legasthenie

  1. Bevor andere Behandlungen bei einer Lese-Rechtschreibschwäche erwogen werden, sollten Sehen und Höhren getestet und gegebenenfalls behandelt werden. Winkelfehlsichtigkeiten und/oder Fehlleistung bei Blickbewegungen und Fixation können zu Problemen führen, die denen der Legasthenie sehr gleichen. Das gleiche gilt für visuelle Wahrnehmungsstörungen. Beides lässt sich bei darauf spezalisierten Optometristen und Augenoptikern überprüfen (Winkelfehlsichtigkeiten nach der "MKH"-Methode, Blickbewegungen und visuelle Wahrnehmungsstörungen durch optometrisches Visualtraining).
  2. Es ist wichtig, Kinder zum Lesen zu ermuntern, da das Üben des Lesens selbst die Leseleistungen verbessert. Kinder mit Leseschwächen vermeiden es oft zu lesen  und erhöhen damit ihre Schwierigkeiten noch mehr. Elterliche Hilfe und computerunterstütztes Lesen kann helfen, die Kinder zum Lesen zu motivieren. Schwere Fälle sollten wie Krankheiten angesehen und behandelt werden.
  3. Da der Lese-Rechtschreibschwäche verschiedene Arten von Schwierigkeiten zugrundeliegen können, ist es notwendig, die Art der Hilfe für jede Person gesondert festzulegen. Übung der phonologischen Wahrnehmung hilft vielen Kindern. Die Wirkung anderer Methoden zum Training sensomotorischer Prozesse und ihrer zeitlichen Verarbeitung werden erforscht.

Unter visueller Wahrnehmung versteht man die Aufnahme und Verarbeitung von Seheindrücken - unter Einfluss von Intellekt und Psyche -, die zum Erkennen von Gegenständen und Vorgängen der Umwelt und der eigenen Person führen. Dies geschieht durch ein sinnvolles Zusammenspiel des zentralen und peripheren Sehens (Gesichtsfeld) beider Augen. Die Aufnahme und Verarbeitung der Seheindrücke und die Bewegung der Augen werden vom Gehirn aufeinander abgestimmt. Störungen der Augenmotorik und Fehlsichtigkeit (Info) kann der Augenarzt behandeln. Bei Gesichtsfeldausfällen ist das aber nicht möglich.

 

Das Ergebnis zweier Studien der Universitäts-Augenklinik Würzburg ergaben:

 

  1. Als Ergebnis einer Untersuchung von 24.000 Schülern der 1. bis 10. Klasse kam heraus, dss jedes dritte Kind eine Brille brauchte.
  2. Innerhalb einer weiteren Studie mit 341 Schülern mit Legasthenie verfügte die Hälfte der geprüften Kinder nicht über die volle altersentsprechende Sehschärfe beider Augen. Bei der Prüfung auf Winkelabweichungen fanden sich solche bei 80 Prozent der Kinder, in der überwiegenden Mehrheit (85 Prozent) mit kleinen Winkelfehlstellungen. Das entspricht in etwa der Normalverteilung in der Bevölkerung. Etwa ein Viertel hatte Probleme beim Fixieren in der Nähe.

 

Bei folgender Adresse können Sie nachfragen, wo eine Legasthenie-Diagnose in Ihrer Nähe möglich ist:

Bundesverband Legasthenie, Königstr. 32, 30175 Hannover, Telefon 0511/318738 

WVAO Gleitsicht Spezialist+

Öffnungszeiten:

Mo - Sa           

09:00 - 13:00 Uhr

Mo, Di, Do, Fr 

14:00 - 18:00 Uhr

 

Mittwoch, 22.05.2019
wegen Fortbildung
geschlossen.

 

Download:

Ich will nicht Lesen
Eine ausführliche Information zum Thema "Visuelle Wahrnehmungsprobleme bei Kindern"
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